Zweiter Lagebericht aus Myanmar

LageberichtObwohl hier in Myanmar doch fast alles so ganz anders ist, als in Deutschland, so erinnert Angela Jacobi doch täglich viel an ihr Heimatland. So hörte Sie soeben aus dem Handy eines buddhistischen Mönches die vertraute Melodie: „In einem Bächlein helle…“ das Lied der Forelle. 

Den größten Spaß haben die Kindergartenkinder und Schulkinder mit dem Faschingslied von 2011 aus Süddeutschland: „FLIEGERLIED“.

Man kann so herrlich dabei mit den Armen fliegen , schwimmen und springen und nach zwei Durchgängen bin ich absolut erschöpft.
(Angela Jacobi, 17.01.2014)

Aber auf Schritt und Tritt hört Sie hier in Anisakan bei Pyinn oo Lwinn nicht weit von Mandaley:

Angela Angela come and sing!!!

Dann geht es wieder los mit dem Fliegerlied. Im vorigen Jahr brachten wir ein Waffeleisen nach Burma und das ist jetzt der Hit für die Kinder.

In Lashio entdeckten wir einen Sandwichmaker und nun wird es Sandwiches mit Schokolade und Erdbeermarmelade geben. Das Weißbrot ist hier sowieso recht süß und die Erdbeeren sind die köstlichsten, die wir auf der ganzen Welt finden konnten, sie schmecken hier wie bei uns die Erdbeeren mit Zucker und Sahne.

„Three in one“ –  so heißt hier der Kaffee mit Milch und Zucker und Kaffeeweißer im kleinen Päckchen. Doch seit wir die Jacobs Krönung mitbrachten und allen zeigten, wie man einen echten Kaffee brüht und wie gut er mit echter Milch und Zucker schmeckt, kennen nun viele den großen Unterschied und wollen nie mehr die Päckchen. Allein der Duft ist betörend!

Hier in Anisakan konnte ich schon die ersten Schulmahlzeiten an Kinder aus sehr armen Familien organisieren und die Kinder, die nur eine kleine Portion Reis im Henkelmann von Zuhause mitbringen konnten, bekamen nun noch Gemüse, ein Ei oder Hühnerfleisch und vor allem ein Stück Obst.
(Angela Jacobi, 17.01.2014)

Das ist hier Luxus, denn die Chinesen kaufen fast alles Obst aus Myanmar auf, verpacken es In China neu und reimportieren es zu unerschwinglichen Preisen.

Es muss sich noch sehr sehr viel ändern, bis die Freiheit nach Myanmar kommt. Aber die Hoffnung ist da und die ist wichtig.

Wie die Wahlen 2015 ausgehen werden, ist ein großes Fragezeichen. Noch erlaubt die Verfassung nicht, The Lady Aung San Suu Kyi zur Präsidentin zu machen, auch wenn in unserer Presse davon zu lesen ist. Noch haben die Generäle die Macht und den Reichtum des Landes in ihren Fingern und wer gibt Geld und Macht schon gerne ab?